Schlank­heits­mit­tel sind bei Apo­the­kern nicht die ers­te Wahl

16.01.2020 | Zahl der Woche

Ber­lin – Die ers­ten zwei Wochen des neu­en Jah­res sind rum – sind damit auch die guten Vor­sät­ze bereits ver­ges­sen? Beim The­ma Abneh­men nicht, sagt das Apo­the­ken­per­so­nal. Das zei­gen die Ergeb­nis­se der jüngs­ten apo­scope-Umfra­ge für die „Zahl der Woche“ vom 16. Janu­ar 2020. Knapp drei Vier­tel aller Apo­the­ken haben in der ver­gan­ge­nen Woche zum The­ma Schlank­heits­mit­tel bera­ten. Am stärks­ten nach­ge­fragt wer­den Eiweiß­pul­ver zum Anrüh­ren eines Shakes (67 %).

Gera­de zum Jah­res­an­fang möch­ten vie­le Men­schen ihr Gewicht redu­zie­ren. Die ent­spre­chen­den Kun­den in der Apo­the­ke sind über­wie­gend weib­lich (98 %). Weni­ger als jeder Zehn­te, der eine Bera­tung zum The­ma Schlank­heits­mit­tel wünscht, ist männ­lich. Die Mehr­heit der Befrag­ten gab an, dass die meis­ten Kun­den sich der Alters­grup­pe 40 bis 49 Jah­re zuord­nen las­sen (60 %). Auch bei der Alters­grup­pe der 50 bis 59-Jäh­ri­gen spie­len Schlank­heits­mit­tel noch eine gro­ße Rol­le: 40 % der Befrag­ten gaben an, dass sie die Kun­den die­ser Alters­grup­pe zuord­nen würden.

37 % der Apo­the­ker emp­feh­len kei­ne Schlank­heits­mit­tel, nur um den Kun­den­wunsch zu erfül­len – sie raten zu gesun­der Ernäh­rung und Bewe­gung. 46 % der befrag­ten Apo­the­ker geben nicht den Pro­dukt­wunsch des Kun­den ab, son­dern emp­feh­len eine Alter­na­ti­ve, wenn sie die­se für sinn­vol­ler hal­ten. Knapp die Hälf­te aller Befrag­ten hat seit Jah­res­be­ginn Eiweiß­pul­ver (48 %) empfohlen.

Zu den am stärks­ten nach­ge­frag­ten Pro­dukt­ar­ten seit Beginn des Jah­res gehö­ren Eiweiß­pul­ver (67 %) und Fett­bin­der (46 %). 31 % der Befrag­ten gaben an, dass Kun­den gezielt nach Basen­pul­vern zur unter­stüt­zen­den Gewichts­re­duk­ti­on fra­gen wür­den. Wei­te­re Pro­dukt­grup­pen, die ver­stärkt gewünscht wer­den, sind Sät­ti­gungs­kap­seln (28 %), Kalo­rien­bin­der (20 %) und Koh­len­hy­drat­blo­cker (17 %).

Zu den am häu­figs­ten ver­kauf­ten OTC-Pro­duk­ten zähl­ten Alma­sed (75 %) und Formoline/Formoline L112 (57 %). Refi­gu­ra liegt mit 18 % auf Platz drei. Yoke­be gehör­te nach Anga­ben von 17 % der Befrag­ten zu den drei Top­sel­lern. Nur 5 % gaben an, dass Orlis­tat (60 mg) zu den am häu­figs­ten ver­kauf­ten Pro­duk­ten zähl­te. Homöo­pa­thie, Bit­ter­stof­fe und Tees spiel­ten Anfang des Jah­res kei­ne Rol­le – nur je ein Befrag­ter gab an, dass das jewei­li­ge Prä­pa­rat zu den drei am häu­figs­ten abge­ge­be­nen Pro­duk­ten gehörte.

Der Rx-Bereich spiel­te eine unter­ge­ord­ne­te Rol­le: 77 % der Befrag­ten gaben an, in der ver­gan­ge­nen Woche kei­ne Rezep­te mit Medi­ka­men­ten zur Gewichts­re­duk­ti­on belie­fert zu haben. Der Anteil der Apo­the­ken, die min­des­tens eine Ver­ord­nung belie­fert haben, lag bei 14 %. Unter den Apo­the­ken, die anga­ben, min­des­tens ein Rezept belie­fert zu haben, wur­de Orlis­tat (120 mg) am häu­figs­ten ver­ord­ne­tet – zwei Drit­tel aller Rezep­te ent­fie­len auf den Lipa­se­hem­mer. Knapp 28 % der Ver­ord­nun­gen betra­fen Amfe­pra­mon (Tenua­te). Das Anti­dia­be­ti­kum Liraglutid, wel­ches auch zur Gewichts­re­duk­ti­on indi­ziert ist, wur­de sel­ten ver­schrie­ben, nur 9 % der Ver­ord­nun­gen ent­fie­len auf den GLP-1-Rezeptor-Agonisten.

Die Ergeb­nis­se zur „Zahl der Woche“ wur­den mit ins­ge­samt 333 veri­fi­zier­ten Apotheker:innen und PTA am 14. Janu­ar 2020 erhoben.